Artilleriewerk Molvange (Gros Ouvrage A9)

 

Das Artilleriewerk Molvange befindet sich ca.10 Kilometer nördlich von Thionville in dem gleichnamigen Sperrabschnitt der Maginotlinie. Es verfügt über neun Kampfbunker. Fünf davon sind mit Artilleriebewaffnung ausgestattet, zwei mit Infanterie und weitere zwei sind reine Beobachtungsabteilungen. Material und Besatzung gelangten in das Werk durch den jeweiligen Munitions- bzw. Mannschaftseingang.

Major Justamon, der Kommandant, befehligte 725 Mann des 169 und des 151. RAP`s. Das Werk hatte die Funktion von der Hochebene aus, auf der es gebaut wurde, das Moseltal zu sperren. Bemerkenswert an Molvange ist die Art der Bewaffnung. Man findet hier nur Turmwaffen, keinerlei flankierendes Schartenarsenal. In den Türmen waren 7,5 cm Kanonen vom Mod. 32 und 33, eine 13,5 cm Haubitze, ein 8,1 cm Granatwerfer und Zwillingsmaschinengewehre untergebracht. Das Artilleriewerk gehört zu den zehn größten der Linie.

Die Wehrmacht baute es während der Besatzung um. Nach der Kapitulation wurde das Werk weiterhin von Pioniertruppen unterhalten. Während des Kalten Krieges war die instand gesetzte Maginotlinie in ein Verteidigungskonzept gegen die östliche Bedrohung eingesetzt. Spuren dieser Zeit findet man vielerorts im Inneren des Werkes. So sind das Hauptmunitionslager M1 und die Kaserne nicht mehr identisch zu den ursprünglichen Bauplänen.

Heute ist das Werk aufgegeben und verfällt langsam. Trotzdem befindet es sich teilweise in einem prächtigen Zustand, da es vor Vandalen und Schrottdieben durch ständigen Verschluss bewahrt wurde. Die Türme von Block 6 und 7 wurden demontiert und nach Fermont gebracht, wo sie heute im Museum betrachtet werden können.

An vielen Stellen besteht innerhalb des Werkes akute Lebensgefahr!